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Sonntag, 8. November 2009

nachtrag



brinkmanns blumengruß...


Donnerstag, 26. Februar 2009

imitatio sapiens oder: monkey business II





ach, wie anders und gefestigt muss das verhältnis unserer vorfahren zu unseren vor-vorfahren und zu uns selbst doch gewesen sein...

als kontrast zu diesem renaissance-stich hier noch einmal müllers gedicht:



STERBENDER MANN MIT SPIEGEL

Puschkin sterbend
An seiner Duellwunde
Ließ sich einen Spiegel bringen
Und eine Schüssel mit Hirsebrei
WIE EIN AFFE sagte er
Löffelnd in den Spiegel

Nach menschlichem Ermessen werden wir
Einander nicht wiedersehen Wir brauchen uns
Nichts mehr vorzumachen Es kommt Wahrscheinlich
Nichts Neues mehr sondern es kommt Wahrscheinlich
Nichts Was immer das sein mag
Auch der Sprung in den Spiegel brächte uns
Einander nicht mehr näher Glas klirrt
Wie Frauen schrein

2.10.1992

(Heiner Müller)

Sonntag, 22. Februar 2009

monkey business





hab mal wieder n schönen tom waits song zugeschickt bekommen, den ich mit euch teilen will. sunday-blues-untermalung an einem sonntag, der all den letzten schnee niedergeregnet hat und nicht nur die kristalle unter schwerfälligen tropfen zerdrückt. die anstrengungen der form mit dem ausguß dahin, doch wer wollte sich beschweren - es soll bald wieder frühling werden, haben mir die vögel gezwittschert heut früh. in diesem sinne auf ein neues und

enjoy!






Sonntag, 17. August 2008

Sternstunden der Literaturkritik

Ich werde weiterhin mit gutem Stoff versorgt und der soll sofort an den Mann gebracht werden. Heute muss mein lyrisch-intellektueller Leitstern dran glauben. Könnte mir fast vorstellen, daraus eine neue Rubrik zu machen: Sternstunden der Literaturkritik.

„Benn, Gottfried.
Versuchte sich in Veröffentlichungen von Dichtungen zuerst 1912: ‚Morgue und andere Gedichte’. B. hat eine merkwürdige Ansicht von Poesie und entnimmt die Stoffe mit perverser Lust dem Reiche des Hässlichen; da schlägt ein Leichendiener der ertrunkenen Dirne den Zahn mit der goldenen Füllung aus; denn da kann er mal ‚für tanzen’ ... und der Leser wird in die Lage versetzt, einer Reihe von Operationen oder Gängen beiwohnen zu können, deren Darstellung nicht einmal in der närrischen Zeit der naturalistischen Revolution der achtziger Jahre als Poesie empfunden wurde. Man darf deshalb, entgegen der Durchschnittskritik, Gottfried Benn die dichterische Begabung recht wohl absprechen; denn zu ihr gehört auch die Sicherheit des ästhetischen Empfindens, die Schamlosigkeit und Unflätigkeiten immer noch von naturalistischer Kunstübung zu unterscheiden vermag.“

(Max Geißler: Führer durch die Literatur des 20. Jahrhunderts. Weimar 1913.)


Kreislauf

Der einsame Backenzahn einer Dirne,
die unbekannt verstorben war,
trug eine Goldplombe.
Die übrigen waren wie auf stille Verabredung
ausgegangen.
Den schlug der Leichendiener sich heraus,
versetzte ihn und ging für tanzen.
Denn, sagte er,
nur Erde soll zu Erde werden.

(Gottfried Benn)


Und wenn wir schon bei der 'Morgue' sind, darf ein lieblich-zarter Gruß an Ophelien nicht ausbleiben:



Schöne Jugend

Der Mund eines Mädchens, das lange im Schilf gelegen hatte,
sah so angeknabbert aus.
Als man die Brust aufbrach, war die Speiseröhre so löchrig.
Schließlich in einer Laube unter dem Zwerchfell
fand man ein Nest junger Ratten.
Ein kleines Schwesterchen lag tot.
Die anderen lebten von Leber und Niere,
tranken das kalte Blut und hatten
hier eine schöne Jugend verlebt.
Und schön und schnell kam auch ihr Tod:
Man warf sie allesamt ins Wasser.
Ach, wie die kleinen Schnauzen quietschten!

(Gottfried Benn)







Dienstag, 15. Juli 2008

melancholia

passend zu den kommentaren zu "Was wir bräuchten, ein reinigendes Gewitter..." stelle ich das aufregendste bild ein, dass ich in den letzten jahren gesehen habe. eigentlich hätte es schon viel früher hier her gehört, doch mit der fragen nach handeln und wollen, erfolg und kellerloch paßt es ganz besonders gut:

jacek malczewski: melancholia







Sonntag, 18. Mai 2008

Lisboa















Montag, 5. Mai 2008

Die weiße Stadt

Freitag, 21. März 2008

Rückblick Dez 07 - Jan 08


Sad Waters


Down the road I look and there runs Mary

Hair of gold and lips like cherries

We go down to the river where the willows weep

Take a naked rot for a lovers’ seat

That rose out of the bitten soil

But bound to the ground by creeping ivy coils

O Mary you have seduced my soul

Forever a hostage of your child’s world


And then I ran my tin-cup heart along

The prison of her ribs

And with a toss of her curls

That little girl goes wading in

Rolling her dress up past her knee

Turning these waters into wine

Then she plaited all the willow vines


Mary in the shallows laughing

Over where the carp dart

Spooked by the new shadows that she cast

Across these sad waters and across my heart


(Nick Cave)