Sonntag, 5. Januar 2014
übers steinerollen oder: onkel ernest legt den finger auf die wunde...
"How can anyone think that you can neglect and despise, or have contempt for craftmanship, however feigned the contempt may be, and then expect it to be at the service of your hands when you must have it. There is no substitute for it, Thomas Hudson thought. There is no substitute for talent either and you don't have to keep them in a chalice. The one is inside you. It is in your heart and in your head and in every part of you. So is the other, he thought. It is not just a set of tools that you have learned to work with."
(ernest hemingway, islands in the stream)
wohl dem, der noch ein 'handwerk' betreibt. oder hat jedes streben sein 'handwerk', seine erlernbare und trainierbare basis? wann darf man aufhören täglich an sich zu pfeilen und trotzdem noch erwarten, seinen ansprüchen gewachsen zu sein, zu produzieren, etwas gelingen zu lassen?
ich habe mich immer gefragt, wie wohl das verhältnis von talent und fleiß beim erreichen eines anspruchsvollen zieles sei. ohne talent geht gar nichts, oder wenig, soviel schien mir klar, doch ab wann ermöglicht der fleiß, die stetige arbeit, das ewige rollen des steines wirklich den eintritt in das nächste level, den höheren grad der perfektion? wann, auf der anderen seite, verhindert zu viel rollen, zu viel wägen das entstehen des werkes oder der handlung und ist damit kontraproduktiv? wo die rechte ballance??
ich suche weiter nach der handwerklichen basis meines tuns und meines lebens, um daran zu pfeilen, und bis ich die genauer definiert und gefunden habe, verweise ich auf eine andere art des steinerollens, nämlich die "jubilee street" hinauf:
Samstag, 5. November 2011
feelin' robbed...
ein wolkiger, kühler himmel hängt über stanford. hier ist man dergleichen nicht gewohnt. die stimmung rauscht bei gefühlter kälte und sonnenschein-entzug nahezu instantly gewaltig in die tiefe und der blues stellt sich ein. ich verkrieche mich geistig in einer provisorischen wellblechhütte und blicke auf schaukelnde blätter und äste vor der tür.
der ausspruch eines bekannten klappert mir dabei durchs gehirn. in offener und ungespielter empörung sagte er damals: 'everytime it rains in california i feel robbed'. und recht hat er, beraubt fühl ich mich, denn es gehört sich nicht, dass es hier kalt ist. abgeschafft werden sollten dergleichen tage oder aber ins alte europa verschickt... ;-)
was bleibt mir da für den rest des tages als zu sinieren oder aber mit herrn cave selbstvergessen eine tasse tee zu schlürfen:
Dienstag, 21. Dezember 2010
the stink of human sin ...
Christina the Astonishing
Christina the Astonishing
Lived a long time ago
She was stricken with a seizure
At the age of twenty-two
They took her body in a coffin
To a tiny church in Liege
Where she sprang up from the coffin
Just after the Agnus Dei
She soared up to the rafters
Perched on a beam up there
Cried "The stink of human sin
Is more than I can bear"
And I cried oh, oh, oh...
Christina the Astonishing
Was the most astonishing of all
She prayed balanced on a hurdle
Or curled up into a ball
She fled to remote places
Climbed towers and trees and walls
To escape the stench of human corruption
Into an oven she did crawl
And I cried oh, oh, oh...
O Christina the Astonishing
Behaved in a terrifying way
She would run wildly through the streets
Jump in the river and swim away
O Christina the Astonishing
Behaved in terrifying manner
Died at the age of seventy-four
In the convent of St Anna
And I cried oh, oh, oh...
(nick cave, christina the astonishing)
Montag, 6. Dezember 2010
personal catastrophes
"The loss of my father created in my life a vacuum, a space in which my words began to float and collect and find their purpose. The great W.H. Auden said 'the so-called traumatic experience is not an accident, but the opportunity for which the child has been patiently waiting - had it not occurred, it would have found another - in oder that its life become a serious matter.' The death of my father was the 'traumatic experience' Auden talks about which left the hole for God to fill. How beautiful the notion that we create our own personal catastrophes and that it is the creative forces within us that are instrumental in doing this. Here our creative impulses lie in ambush at the side of our lives, ready to leap forth and kick holes in it - holes through which inspiration can rise. We each have our need to create, and sorrow itself is a creative act."
(nick cave, the secret life of the love song)
Samstag, 28. März 2009
selbstkritik
We can build our dungeons in the air
And sit and cry the blues
We can stomp across this world
With nails hammered through our shoes
We can join that troubled chorus
Who criticise and accuse
It don't matter much
We got nothing much to lose
But this wonderful life
(nick cave, wonderful life)
und weil jetzt schon sonntag ist, der tag des herrn, gibts noch ein highlight der populären musikgeschichte obendrein:
oh, what a wonderful world !!
Donnerstag, 29. Januar 2009
i asked the girl which road she was takin' ...
ich bin krank, kränklich, hänge den ganzen tag zu hause rum. und was mich am meisten dabei stört ist, dass ich nicht rauchen kann. neben der heute aktiv wiedergewonnenen einsicht, dass die zeit eine scheißzeitung ist, habe ich in kulturzeit einen sehenswerten kurzbericht über das rauchen und seine ikonographische aufladung gesehen. gesprochen wurde da über einen "transformationsakt von materie in nichts", den das rauchen gemeinhin darstelle, von der aktiven erinnerung an den tod, die jeder raucher in der öffentlichkeit vollziehe (gerade gegenüber der allgegewärtigen gesundheitsmanipulation durch die medien), die glatt als kleine rebellion gegen das establishment anzusehen sei. sicher etwas übertrieben und nicht ohne eine gewisse lächerlichkeit, mir aber doch durchaus symphatisch.
verwundert und nachdenklich ließ mich der fakt zurück, dass es dieser sendung bedurfte, um mich darauf hinzuweisen, dass lucky luke nunmehr ohne glimmstengel durch die comic-prärie reitet und stattdessen einen grasshalm zwischen den lippen wiegt. sonderliche auswirkungen der staatlich verordneten lebenswut...
das aufständische und intellektuelle potential eines kreativen oder erfolgreichen geistes, welches sich hinter den rauchschwaden verbirgt, die um seine stirn flattern und die den entscheidenden funken nervosität erahnen lassen, der mir so oft abhanden ist, kann mich noch immer faszinieren (auch wenn ich mir der vordergründigkeit dieser imagination bewußt bin). einige fiktionen muss man sich erhalten und lieber diese als andere, würde ich sagen.
wen habe ich gesehen? dean, churchill, che, sartre. irgendso'n film mit bogart, oder so, schwarz-weiß und mit einer bezaubernden dame. alles ganz nett.
dabei musste ich an heiner denken. es gibt ein schönes interview mit ihm und wer zeit hat, dem würde ich die 3.33min zum rauchen darin wirklich empfehlen. es ist eindrücklich in bezug auf ihn selbst, das rauchen, aber auch nicht ohne witz was die allgemeinen strukturen der müller-kluge-interviews angeht: zwei alte, sehr schlaue männer plaudern neben sich her und stimmen sich unentwegt zu. also: wer raucht, sieht kaltblütig aus...
ich weiß, man wird diesen eintrag wohl als dünnen aufguß bezeichnen müssen, aber ich wollte noch was reinschreiben, bevor ich mich dem gegenstück der geschichte mary bellows' zu wende. es wäre wohl ziemlich einseitig im rahmen der murder ballads nur ihr schicksal zu erwähnen und crow jane auszulassen. deshalb verweise ich, wieder mit blick auf das einsame haus im winterkalten schnee auf lastfm.
enjoy!
Donnerstag, 15. Januar 2009
they say...
They say ev'ry man needs protection,
They say ev'ry man must fall.
zeit für die "murder ballads", zeit für einen musikalisch verschränkten, imaginären wandel durch die abgründe dieser winterlandschaft. ich wünschte, mir wäre eine flasche klarer gedanken zur hand und ausreichend muße für einen gepflegten, spülmittelgetränkten hangover am nächsten tag. vielleicht ist dem ein oder anderen von euch beides in reichweite... bei der näheren betrachtung take a listen to the story of poor little mary bellows: "the kindness of strangers" (wenn nich anders, dann auch hier)
Donnerstag, 25. September 2008
Idiot Prayer
Idiot Prayer
They're taking me down, my friend
And as they usher me off to my end
Will I bid you adieu?
Or will I be seeing you soon?
If what they say around here is true
Then we'll meet again
Me and you
My time is at hand, my dove
They're gunna pass me to that house above
Is Heaven just for victims, dear?
Where only those in pain go?
Well it takes two to tango
We will meet again, my love
I know
If you're in Heaven then you'll forgive me, dear
Because that's what they do up there
If you're in Hell, then what can I say
You probably deserved it anyway
I guess I'm gunna find out any day
For we'll meet again
And there'll be Hell to pay
Your face comes to me from the depths, dear
Your silent mouth mouths, ‘Yes’, dear
Dark red and big with blood
They're gunna shut me down, my love
They're gunna launch me into the stars
Well, all things come to pass
Glory hallelujah
This prayer is for you, my love
Sent on the wings of a dove
An idiot prayer of empty words
Love, dear, is strictly for the birds
We each get what we deserve
My little snow white dove
Rest assured
(Nick Cave, Idiot Prayer)
visuell zwar nicht die aufwendigste variante, aber für diejenigen, die den song nicht kennen, gibts eine soundgrundlage hier.
Montag, 1. September 2008
alte gespenster suchen mich heim...
alte gespenster suchen mich heim.
es sind tierfratzen, sie tragen katzenaugen.
bei pessoa las ich letztens einen schönen satz dazu, der sich wohl in erster linie auf die hübschen unter ihnen bezieht:
„Frauen – eine gute Quelle für Träume. Berühre sie nie.“
leider habe ich zu selten nach dieser maxime gelebt...
„Oh Mary, you have seduced my soul/ Forever a hostage of your child’s world”
(Nick Cave, Sad Waters)
Sonntag, 25. Mai 2008
Rückblick Dez 07 - Jan 08 II
The kitten that padded and purred on my lap
Now swipes at my face with the paw of a bear
I turn the other cheek and you lay into that
O where do we go now but nowhere
(Nick Cave, Where do we go now but nowhere?)
Donnerstag, 1. Mai 2008
"Well it's Father's Day and everybody's wounded"
nach einem nachmittag auf dem gnadenlos fröhlichen spargel- und erlebnishof klaistow hilft nur eines:
a tribute to leonard cohen
enjoy!
jetzt hier
Freitag, 21. März 2008
Rückblick Dez 07 - Jan 08

Sad Waters
Down the road I look and there runs Mary
Hair of gold and lips like cherries
We go down to the river where the willows weep
Take a naked rot for a lovers’ seat
That rose out of the bitten soil
But bound to the ground by creeping ivy coils
O Mary you have seduced my soul
Forever a hostage of your child’s world
And then I ran my tin-cup heart along
The prison of her ribs
And with a toss of her curls
That little girl goes wading in
Rolling her dress up past her knee
Turning these waters into wine
Then she plaited all the willow vines
Mary in the shallows laughing
Over where the carp dart
Spooked by the new shadows that she cast
Across these sad waters and across my heart
(Nick Cave)