Dienstag, 13. Oktober 2009
traum
"india song" uebertoent meine gedanken
samtweiche anschlaege auf dem piano der madame stretter
auswege gibt es keine und das exil kann kalkutta
oder genauso little compton sein
es bleibt die uebelkeit der akteure
drappiert unter feinstem zwirn oder intellektueller pose
wie ein schwerer sommerregen laesst sich die frage "wozu"
auf jede regung nieder und
erwartet keine antwort
draussen streunern bettler und neger schlagen sich die koepfe ein
es hiess, er habe sie niedergeschossen wie die tiere
aus dem obergeschoss seines hauses
doch der zug seiner mundwinkel verraet einen abgrund des leides
hilft jemand diesem mann?
ich gehe in den traum und erwarte mein schauspiel
wer glaubt an katharsis auf dieser welt??
all the sinners saints and the guy next door a man of wealth and taste
keine antworten, keine fragen
die produktion von worten eine sinnlose ausrede
fuer den leerlauf dieser eingesperrten muskelzuckungen
unter meiner haut
(india song by raoul verez, mp3 download)
Sonntag, 4. Oktober 2009
ich traf ...
ich traf ein stinktier gestern nacht auf meinem weg heim. suchend und schnüffelnd huschte es an mir vorbei, getrieben von der trüffelschwein-suche nach den brocken dieser welt. ich fand mich gut getroffen im antlitz meines tierischen gesellen und zog beschwingt davon in die dunkelheit. bekanntlich bringt erst der nächste morgen das unbehagen und die schwere dieser lächerlichen welt.
Samstag, 26. September 2009
vorgeschichte
"I had bought my ticket and was waiting for the LA bus when all of a sudden I saw the cutest little Mexican girl in slacks come cutting across my sight. She was in one of the buses that had just pulled in with a big sigh of airbrakes; it was discharging passengers for a rest stop. Her breasts stuck out straight and true; her little flanks looked delicious; her hair was long and lustrous black; and her eyes were great blue things with timidities inside. I wished I was on her bus. A pain stabbed my heart, as it did every time I saw a girl I loved who was going the opposite direction in this too big world. The announcer called the LA bus."
(jack kerouac, on the road)
rueckblick
"Terry [Teressa] brought my breakfast. I had my canvas bag all packed and ready to go to New York, as soon as I picked up my money in Sabinal. I knew it was waiting there for me now. I told Terry I was leaving. She had been thinking about it all night and was resigned to it. Emotionlessly she kissed me in the vineyard and walked off down the row. We turned at a dozen paces, for love is a duel, and looked at each other for the last time."
(jack kerouac, on the road)
Sonntag, 20. September 2009
wahrheit oder pflicht ?
ich habe in freuds analyse der melancholie reingeschaut und ein hübsches zitat gefunden. selbst wer die wahrheit sagt, ist krank - üble aussichten... ;-)
"In einigen anderen Selbstanklagen scheint er [der an melancholie erkrankte] uns gleichfalls recht zu haben und die Wahrheit nur schärfer zu erfassen als andere, die nicht melancholisch sind. Wenn er sich in gesteigerter Selbstkritik als kleinlichen, egoistischen, unaufrichtigen, unselbstständigen Menschen schildert, der nur immer bestrebt war, die Schwächen seines Wesens zu verbergen, so mag er sich unseres Wissens der Selbsterkenntnis ziemlich angenähert haben, und wir fragen uns nur, warum man erst krank werden muß, um socher Wahrheit zugänglich zu sein. Denn es leidet keinen Zweifel, wer eine solche Selbsteinschätzung gefunden hat und sie vor anderen äußert - eine Einschätzung, wie sie Prinz Hamlet für sich und alle anderen äußert -, der ist krank, ob er nun die Wahrheit sagt oder sich mehr oder weniger unrecht tut."
(Sigmund Freud, Trauer und Melancholie)
Sonntag, 6. September 2009
die ersten eindrücke aus der neuen welt ...
die ersten eindrücke aus der neuen welt:
ich fliege - westwärts - und die zeitungen berichten mir von einem neuen land. ich erinnere einen cartoon, den ich gerne ausgeschnitten und eingescant hätte, leider habe ich ihn vergessen. heften blieb eine klatsch-crime- und society-story aus us today. irgend ein sternchen wurde brutal umgebracht. der big-brother-halbstern, der für 2 monaten ihr ehemann war, befand sich seit dem auf der flucht und wurde just einen tag vor meiner reise tot in seinem hotelzimmer aufgefunden. erhangen, selbstmord; so jedenfalls der artikel.
besonders unerwartet, neu und bezeichnend war an der ganzen geschichte nicht, dass sich dahinter höchstwahrscheinlich ein mord aus monetären, möglicher weise emotionalen gründen verbergen möge, sondern ein relativ beiläufiges detail: dem opfer wurden nach der vollbrachten tat vom täter die finger und zehen entfernt, wahrscheinlich um eine identifikation zu verhindern, und jenes impliziert wiederum, dass sich der mörder mit dem kopf der frau wohl auch etwas hat einfallen lassen (ich frage mich die ganze zeit, was er wohl mit den zähnen und dem gebiß angestellt haben mag, die ja gewöhnlich in dergleichen fällen ganz besonders aussagekräftig sind...). identifiziert wurde die tote aber letztlich doch und das über die registrationsnummern ihrer brustimplantate - welcome to america!
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